Zum Anfang...

Unterm Rad

Gedanken zum Anfang:

  • Unfall
  • Fahrzeug mit Lenker
  • Überfahren, überrollt werden
  • Technische Erfindung?
  • „Himmelsrad“
  • Opfer
  • Schicksalsrad(Fortuna)
  • „Das hat mich überrollt“
  • „Das fünfte Rad am Wagen“
  • „unter die Räder kommen“
  • „Ich fühle mich wie gerädert“
  • Mittelalterliche Foltermethode

„Unterm Rad“ – eine Autobiographie?

+ „Lebensgeschichte“ (fiktionaler Text: Erzählung)

- „Lebenslauf“ (Bericht)

Versuchsansätze:

-Er war auf Lateinschule(1890-1891)in Göppingen

-Er besteht das schwäbische Landesexamen

-Vater ist Missionar

-Seminarist im evangelisch-theologischen Seminar

Junger Autor verarbeitet die Erlebnisse seiner Jugend

à Geringer Abstand zwischen den Erlebnissen seiner Jungend zum herausgegebenen Werk.

Ab 1892 hielt er sich in verschiedenen Anstalten (Psychiatrien)

1.6.08 14:03, kommentieren

Lebenskonflikt von Hans Giebenrath

In Hans Giebenrath gehen verschiedene Dinge vor. Er selbst bekommt von überall gesagt, dass er intelligent ist und doch seine Talente nutzen soll. Er wird in langem Extraunterricht in Fächern unterrichtet, die sonst niemand in seinem Ort lernen muss. Er arbeitet und arbeitet und verliert dauerhaft das schöne und ruhige im Leben aus den Augen. Beispielsweise  angelt er gerne. Aber er kommt nicht dazu. Er arbeitet so stark, dass er irgendwann alles vergessen hatte, was er früher so gerne gemocht hatte. Er liebte die Natur und spielte früher immer gerne mit seinen Freunden, ob am Bach oder im Feld. Dieses Problem wird im allerdings erst dann bewusst, als er von dem Landesexamen aus Stuttgart zurückkommt und er noch einen Tag lang faulenzen darf. Er freut sich, und lässt sich dieses eine mal noch durch den Strom der Erinnerung treiben. Er hat ein hartes Leben geführt, was ihm klar wird. Er hat nicht mehr die Kontrolle über sein Leben. Die Fäden zieht hauptsächlich sein Vater. Von ihm wurde er dazu gedrängt und Hans selbst empfindet keine Rechte Freude über sein Abschneiden beim Landesexamen; eigentlich ist er nur erleichtert es hinter sich zu haben und den Druck, der ihm gemacht wurde vergessen zu können und eine Zeit lang nur zu entspannen. Freude und Freunde sind ihm verloren gegangen. Es geht ihm schlecht. Er selbst denkt nicht mehr, sondern gibt allem nach. Er ist kein Mensch, dem man oft begegnet. Am Ende des ersten Kapitels beschließt Hans schließlich, das er einen Neuanfang starten möchte. Angeln. Das möchte er machen und vergessen, diese letzte Zeit der Qual.

Hans versucht am Anfang des zweiten Kapitels einfach nur zu „relaxen“. Er erinnert sich an seine glückliche Kindheit und sagt sich, dass er froh ist diese Zeit hinter sich zu lassen. Er denkt, dass er als einziger den Sinn verstanden hat und völlig richtig handelt. Lernen und Lernen. Zunächst allerdings möchte er sich darüber keine Gedanken machen. Er angelt den Tag lang und freut sich, dass seine Mitschüler lernen müssen und er es so gut hat. Schließlich bringt er dann die ganzen Ferien, trotz guten Wetters im Haus und lernt. Er denkt immerzu an seine Erfolge und will unbedingt der beste Schüler am Seminar werden, denn als zweitbester gibt er sich inzwischen nicht mehr zufrieden. Im kleinen Städtchen ist er außerdem eine bekannte Persönlichkeit und wird von allen zu seinen Erfolgen gelobt, was ihn anspornt noch weiter zu lernen. Er befindet sich in einem Kreislauf, der kein Ende finden wird: Er lernt, will Erfolge, bekommt sie, wird bewundert, lernt, usw. Er ist ruhmsüchtig geworden.

1 Kommentar 1.6.08 14:12, kommentieren

Verhältnis Vater<--> Sohn

Seine Mutter ist sehr früh gestorben. Sie hätte sich wahrscheinlich um ihn gesorgt, und nicht um seine Leistungen. Der Vater hingegen ist scheinbar nur an Leistungen interessiert und kümmert sich nicht um das Wohl seines Sohnes, den er verkommen lässt. Er spornt Hans an zu lernen, damit er stolz auf ihn sein kann. Ohne ihn wäre Hans vermutlich ein ganz normaler Schüler. Als Hans mit der Prüfung fertig ist, will der Vater ihm sogar einen Wunsch erfüllen und Hans wünscht sich zunächst in sein altes Leben zurück: Er möchte gerne Angeln gehen. Der Vater möchte ihm diesen Wunsch nicht verwähren, das einzige freundliche Zeichen, was er Hans gibt. Später jedoch, möchte Hans einen anderen Wunsch erfüllt bekommen, den er selbst vermutlich nicht einmal wirklich erfüllt sehen mochte: Auf das Gymnasium möchte er gehen, falls er den durchgefallen sein sollte. Er passt sich seinem Erwartungsdruck an und steigert diesen sogar noch. Sein Vater ist deshalb stolz auf ihn, weiß aber, dass er kein Geld dafür hat und lehnt lachend Hans zweiten Wunsch ab. Der Vater denkt, entweder hat er es geschafft, dann kann er studieren, und wenn nicht hat er eben seine Chance vertan. Durch das viele Arbeiten hat Hans zudem noch seine Freunde verloren. Er kann nichts machen, da er immerzu lernen muss.

 

Nach der Prüfung wird er jedoch von manchen Menschen zum Lernen gedrängt. So findet er doch keine Zeit einmal wirklich zu entspannen und lernt schon wieder. Sein Vater hilft seinem Sohn auch nicht, mal ein Auszeit zu nehmen, sondern freut sich, dass dieser so lern begeistert und wissbegierig ist.

1 Kommentar 1.6.08 14:45, kommentieren

Die Rolle von Schuhmacher Flaig

An einem Abend trifft er den Schuhmacher, der darüber entsetzt ist, dass Hans lernt und nicht seine freie Zeit genießt. Er sieht sich als eine Art zweiter Vater, der sich aber scheinbar wirklich um seinen „Sohn“ sorgt und ihn nicht unter Druck setzt oder sogar verkümmern lässt. Er hat auch seine klaren Vorstellungen im Leben, allerdings welche die nicht ausschließlich mit Leistungsdruck oder Lernen zu tun haben. Er sagt Hans, dass etwas freie Zeit sehr wichtig ist und man nicht immer nur lernen soll, sondern sich vor allem an der Natur erfreuen, denn in ihr lebt man und nicht in Vokabeln. Wenn er sich öfter draußen aufhalten würde und sich ein bisschen bewegen würde, dann könnte er sogar ein paar Muskeln ansetzen. Denn Hans ist sehr mager und blass, er sieht schon so aus, als ob er sich alles von allen gefallen lassen würde. Doch Hans nimmt sich seine Worte nicht zu Herzen. Die Ziele „Lernen und immer der Beste sein“ sind in Hans schon so fest verankert, dass diese 2 Treffen mit dem Schuhmacher das Ziel nicht mehr in die andere Richtung lenken können. Nicht einmal minimale Zweifel an diesem Weg werden in ihm geweckt. Die anderen lenken ihn. Nicht er hat sein Leben im Griff, sondern andere.

1 Kommentar 5.6.08 07:55, kommentieren

Die Kleinstadt: Bürgertum (Philister) contra Außenseiter (Charakterisierung)

Er wird von allen Seiten zum ständigen Lernen und Arbeiten gedrängt. Der Pfarrer unterrichtet ihn in Griechisch und er bekommt außerdem Unterricht in Latein. Im Vorfeld der Prüfung wurde ihm von vielen Leuten etwas gesagt. Was ihre Erwartungen sind und anderes. Manche wollten ihm lediglich Glück und Erfolg wünschen, anderen war es nur wichtig, dass er das Examen bestand. Er wurde unter Druck gesetzt, bevor er überhaupt nur in Stuttgart war. Er spricht im gesamten Buch sehr wenig – er denkt viel - und lebt ehr zurückgezogen; er arbeitet in seinem Zimmer. Im zweiten Kapitel wird besonders die Beziehung von Hans zu seinem Umfeld deutlich. Der Rektor, der Vater, der Schuhmacher Flaig und schließlich der Pfarrer. Er angelt im Bach viele Fische. Die Fische gibt er zu einem Teil seinem Vater und bringt auch dem Pfarrer am nächsten Tag ein paar Fische. Dieser ist sehr erfreut und redet mit Hans über seine Zukunft. Er sagt erst, dass er eine Pause verdient hat und geht aber gegen Ende auch darauf ein, dass er doch schon etwas lernen solle, so wäre er dann den anderen beim Seminar später ein Stück vor raus. Hans, der nicht nein sagen kann, willigt ein, ohne zu merken, dass er sich damit wieder selbst unter Druck setzt. Er lernt wieder etwas Griechisch, was der Pfarrer ihm anhand des neuen Testaments beibringt. Ein oder zwei Stunden wären ja weiter nicht so schlimm, wenn nicht auch der Rektor bei ihm vorbeikäme und ihn wiederum dazu drängt, doch ein wenig Mathematik und weiteres zu lernen. Wiederum lässt sich Hans breitschlagen und jetzt außerdem täglich 2 Stunden beim Direktor, neben der Stunde beim Pfarrer. 

1 Kommentar 5.6.08 07:45, kommentieren

Beschreibe Hans Giebenraths Entwicklung in Maulbronn als Prozess von Selbstfindung und Selbstentfrem

Hans lernt ihn Maulbronn automatisch das andere Leben kennen. Er kommt als ständiger Streber aus ehr ärmlichen Verhältnissen an das Seminar. Er trifft hier auf Leute aus verschiedenen Schichten und verschiedenen Gegenden. Er muss früher oder später Kontakte knüpfen, schließlich ist er allein schon in einem Zimmer mit 9 anderen Kameraden. Durch diesen ständigen Kontakt, den er vorher stets gemieden hatte, lernt man mit den anderen und auch über die anderen. Es wird im Buch darüber berichtet, dass überall Freundschaften geknüpft werden, doch Hans hält sich zurück. Er hat Angst, dass ihm Freunde vom Lernen abhalten könnten. Er erkennt den Sinn des Lebens nur im Erfolg. Doch trotzdem stellt er sich oftmals innerlich immer wieder die Frage: Warum? Warum macht er nicht was ihm Spaß macht sondern lernt? Warum lebt er überhaupt und er versucht zum ersten Mal in seinem Leben selbst Antworten auf diese Fragen zu finden. Er lässt sich nicht mehr beeinflussen. Und in so einem Moment trifft er dann auf den Hermann Heilner, der Hans noch weiter zum Denken bringt. Er lernt sich und sein Wesen kennen und schätzen. Besonders in der Freundschaft mit Hermann Heilner hat er wirklich Spaß. Doch dann kommt wieder der Einbruch: Die Freundschaft bricht ein und Hans fällt wieder in sein altes Leben zurück. Er wieder der Streber und sondert sich ab. Und trotzdem merkt er nach einiger Zeit, dass ihn dieses Leben so nun nicht mehr befriedigt. Er möchte wieder etwas erleben und sich freuen können. So versöhnt er sich wieder mit Hermann Heilner und damit auch mit sich selbst und seinem Gewissen.

5.6.08 08:42, kommentieren

Funktion und Gestaltung der Ironie (z.B. III/53-54)

Es gibt mehrere ironische Ansätze bei der Geschichte. Der erste auf den ich gestoßen bin ist mal wieder die Beziehung zu Hermann Heilner. Ein Streber und fauler Dichter, der das Lernen hasst. Wie soll das denn funktionieren? Der Autor schiebt es auf die vielen Gegensätze, die sie haben. Jeder hat Interesse etwas Neues kennen zu lernen. Der eine vielleicht die Lernwelt und der andere die Denkwelt. Es wird von beiden versucht den anderen zu verstehen, aber wirklich Gelingen tut es nicht. Eine weitere Ironie sind die starken Charaktere mit denen er zu tun hat. Einer stirbt, der andere will noch mehr lernen und kann keine Musik spielen, ein anderer ist ein Schlägertyp. Also ein wirklich sehr seltsamer Haufen, der sich sonst mit Sicherheit nicht so zusammengefunden hätte. Und trotzdem schaffen es alle irgendwie mit den anderen auszukommen. Auch wenn man die anderen nicht versteht. Es ist kein Verlust wenn einer verloren geht. Dies ist auch schon eine Ironie, wenn man bedenkt wie am Rande der Autor den Tod des Jungen abhandelt. Man liest diese Stelle ohne auch nur einen Hauch von Mitleid zu empfinden. Die Stelle ist geschrieben, wie in einem Sachbuch ohne Gefühl und Gedanken. Außerdem ist es ein wenig merkwürdig wie viel vom Buch wirklich die Geschichte erzählt und was für ein großer Teil einfach die Umwelt beschreibt, in der er sich befindet. Es ist so, dass man plötzlich das Gefühl hat, ganz wo anders im Buch zu sein, dass nichts mehr mit Hans Giebenrath zu tun hat. Zum Beispiel die Anfangsstelle des 3. Kapitels. Das Buch har Ironie, aber welche noch kommt, weiß niemand.

12 Kommentare 5.6.08 08:43, kommentieren

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