Lebenskonflikt von Hans Giebenrath

In Hans Giebenrath gehen verschiedene Dinge vor. Er selbst bekommt von überall gesagt, dass er intelligent ist und doch seine Talente nutzen soll. Er wird in langem Extraunterricht in Fächern unterrichtet, die sonst niemand in seinem Ort lernen muss. Er arbeitet und arbeitet und verliert dauerhaft das schöne und ruhige im Leben aus den Augen. Beispielsweise  angelt er gerne. Aber er kommt nicht dazu. Er arbeitet so stark, dass er irgendwann alles vergessen hatte, was er früher so gerne gemocht hatte. Er liebte die Natur und spielte früher immer gerne mit seinen Freunden, ob am Bach oder im Feld. Dieses Problem wird im allerdings erst dann bewusst, als er von dem Landesexamen aus Stuttgart zurückkommt und er noch einen Tag lang faulenzen darf. Er freut sich, und lässt sich dieses eine mal noch durch den Strom der Erinnerung treiben. Er hat ein hartes Leben geführt, was ihm klar wird. Er hat nicht mehr die Kontrolle über sein Leben. Die Fäden zieht hauptsächlich sein Vater. Von ihm wurde er dazu gedrängt und Hans selbst empfindet keine Rechte Freude über sein Abschneiden beim Landesexamen; eigentlich ist er nur erleichtert es hinter sich zu haben und den Druck, der ihm gemacht wurde vergessen zu können und eine Zeit lang nur zu entspannen. Freude und Freunde sind ihm verloren gegangen. Es geht ihm schlecht. Er selbst denkt nicht mehr, sondern gibt allem nach. Er ist kein Mensch, dem man oft begegnet. Am Ende des ersten Kapitels beschließt Hans schließlich, das er einen Neuanfang starten möchte. Angeln. Das möchte er machen und vergessen, diese letzte Zeit der Qual.

Hans versucht am Anfang des zweiten Kapitels einfach nur zu „relaxen“. Er erinnert sich an seine glückliche Kindheit und sagt sich, dass er froh ist diese Zeit hinter sich zu lassen. Er denkt, dass er als einziger den Sinn verstanden hat und völlig richtig handelt. Lernen und Lernen. Zunächst allerdings möchte er sich darüber keine Gedanken machen. Er angelt den Tag lang und freut sich, dass seine Mitschüler lernen müssen und er es so gut hat. Schließlich bringt er dann die ganzen Ferien, trotz guten Wetters im Haus und lernt. Er denkt immerzu an seine Erfolge und will unbedingt der beste Schüler am Seminar werden, denn als zweitbester gibt er sich inzwischen nicht mehr zufrieden. Im kleinen Städtchen ist er außerdem eine bekannte Persönlichkeit und wird von allen zu seinen Erfolgen gelobt, was ihn anspornt noch weiter zu lernen. Er befindet sich in einem Kreislauf, der kein Ende finden wird: Er lernt, will Erfolge, bekommt sie, wird bewundert, lernt, usw. Er ist ruhmsüchtig geworden.

1.6.08 14:12

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